
Mit dem C-Métisse zeigt Citroen auf dem Pariser Autosalon eine Studie, die sowohl beim Design als auch beim Antrieb in die Zukunft blickt.
"Métisse" bedeutet Halbblut. Citroen will damit die Synthese aus Leidenschaft und Vernunft ausdrücken. Diese scheinbar unvereinbaren Gegensätze treffen im Franzosen auf beeindruckende Weise aufeinander. Das muskulöse Blechkleid spiegelt einerseits pures Temperament wieder, andererseits sorgt es für einen geringen und damit Sprit sparenden Luftwiderstand.
Ein Coupé mit vier Türen
Mit einer Länge von 4,75 Meter und zwei Metern Breite hat der Citroen eine stattliche Erscheinung. Gleichzeitig duckt sich der Franzose auf nur 1,24 Meter und erreicht so ein äußerst dynamisches Aussehen. Ob es sich nun um die hinteren Radkästen, die Motorhaube oder den Kofferraumdeckel mit Parallelogramm-Kinematik handelt - sämtliche Formen sind von einer kraftstrotzenden Muskulatur. Selbst im Stand kommt die Dynamik zum Ausdruck. Die lange Motorhaube und der extrem kurze Überhang am Heck zeigen die Eigenschaften eines echten Grand Tourisme.
Trotz vieler Designspielereien stand die Aerodynamik im Vordergrund, die den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen senken soll. Auch die speziell entwickelten Leichtmetallfelgen mit Nabenmutter haben positiven Einfluss auf den Luftwiderstand. Air Scoops unter dem Kühler, ein flacher Unterboden, zwei ausfahrbare Heckspoiler und ein feststehender Flügel sorgen zudem für eine bessere Aerodynamik. Eine weitere technische Neuheit sind die LEDs der Scheinwerfer, die entsprechend zum Lenkungseinschlag und der Geschwindigkeit eine nach der anderen aufleuchten und so bei Nachtfahrten auf kurvenreichen Straßen für die optimale Ausleuchtung der Fahrbahn sorgen. Doch am spektakulärsten dürften wohl die innovativen Türen des C-Métisse sein, die sich vorne flügelartig öffnen. Hinten dagegen beschreiben die Türen eine spiralförmige Bahn, um den Einstieg zu erleichtern.
High-Tech auch im Innenraum
Im Inneren stehen dem Fahrer die jüngsten Errungenschaften der Technik zur Verfügung. Dazu gehört ein Lenkrad mit feststehender Nabe, auf dem in unmittelbarer Reichweite die Bedienelemente für die wichtigsten Komfortfunktionen und Fahrhilfen zusammengefasst sind. Diese Anordnung sowie die Schaltwippen hinter dem Lenkrad ersparen dem Fahrer jede überflüssige Bewegung und sorgen so für mehr Komfort und Fahrsicherheit. Die Fahrposition wird entsprechend der optimalen Augenhöhe des Piloten ermittelt. So ist die Kopfstütze federnd am Dachhimmel befestigt und auch Sitzhöhe, Lenksäule und Pedalerie lassen sich an die spezifischen Wünsche anpassen. Dabei bleibt die Beinfreiheit der Fondpassagiere unberührt. Die Mittelkonsole wird mittels dreier Leuchtstäbe in den Fahrgastraum verlängert, um die Passagiere durch Lichteffekte über die jeweils aktive Betriebsart des Hybridantriebes zu informieren. Zu den Lichteffekten gesellen sich akustische Signale, die schon beim Öffnen der Türen wahrnehmbar sind und bestimmte Handlungen des Fahrers begleiten. Außerdem informieren sie ihn über das Ausfahren des Spoilers. Ob es sich dabei um eine sinnvolle Ergänzung oder eine nervende Spielerei handelt, sei dahingestellt. Ein weiteres Gimmick ist die Zünd- und Anlassertaste auf der Dachkonsole, die den Eindruck verstärkt, in einem Jagdflugzeug zu sitzen.
Komfort auf allen Plätzen
Das mit weißem Leder ausgekleidete Interieur, in dem drei Passagiere Platz finden, besticht durch kühle Eleganz. Auch die zahlreichen Aluminiumeinsätze tragen zur Atmosphäre bei. Mit Hilfe eines in die Lederbezüge der Türverkleidungen gravierten Bedienfeldes kann die Klimaanlage von jedem Sitz aus individuell geregelt werden. Der großzügige Radstand von drei Metern sorgt bei den Fondpassagieren für ein üppiges Platzangebot. Auch an reichlich Gepäck wurde gedacht. Neben dem normalen Kofferraum stehen zwei zusätzliche Gepäckfächer hinter den Vorderrädern zur Verfügung. Hier finden sämtliche Gepäckstücke der von Citroen exklusiv für den C-Métisse kreierten Kollektion ihren Platz.
Diesel-Hybrid im Sportcoupé
Für Vortrieb sorgt eine Kombination aus dem bekannten V6 HDi FAP Diesel und zwei Elektromotoren. Während der 208 PS starke Selbstzünder mit einer Sechsgang-Automatik die Vorderräder antreibt, liefern die Elektromotoren ihre Energie an die Hinterachse. Mit einem Drehmoment von jeweils 400 Nm und einer Leistung von 15 kW (20 PS) unterstützen diese den Diesel tatkräftig. Im Elektromodus ist der Citroen in der Lage, geräuschlos eine Strecke von drei Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h zurückzulegen. Der Gesamtverbrauch liegt mit 6,5 Litern - für ein Fahrzeug dieser Klasse - in einem außerordentlichen Bereich. Auch die CO2-Emissionen von 174 g/km können sich sehen lassen.
Trotz dieser sparsamen Werte kommt der Fahrspaß nicht zu kurz. Bei starkem Gasgeben wird das Drehmoment des Verbrennungsmotors mit dem der Elektromotoren kombiniert. Während der Zuschaltung dieser Boost-Funktion fährt der Wagen mit Allradantrieb. Mit 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h erreicht der Franzose damit sportwagenähnliche Beschleunigungswerte. Beim Abbremsen wird die Bewegungsenergie des Fahrzeuges in elektrische Energie umgewandelt und in den Batterien der Elektromotoren gespeichert. Eine Kohlefaserkarosserie sorgt für ein Gewicht von nur 1.400 kg inklusive Batterien - angesichts der enormen Ausmaße des Wagens ein durchaus ordentlicher Wert. Der Citroen C-Métisse bietet also jede Menge Dynamik und Leidenschaft gepaart mit Vernunft und Umweltfreundlichkeit. Auch wenn diese Symbiose enormes Potenzial hat, wird es wohl leider bei einer Studie bleiben.